Making-of: Steinbock-Paradies Pontresina
Ein Blick auf den Prozess, wie wir das Pontresina Plakat entworfen haben. Von der Skizze bis zur Markenbotschaft für Tourismus-Organisationen.
Die Tourismusverantwortlichen von Pontresina Tourismus sind an mich herangetreten mit dem Wunsch nach einem Reiseplakat für Pontresina in der Tradition der alten Tourismusplakate, aber mit zeitgemässer Umsetzung. Die einzige Vorgabe war: Es muss ein Steinbock drauf sein. Das ist ja nicht weiter verwunderlich. Beherbergt Pontresina doch eine der ältesten Steinbockkolonien seit der Wiederansiedlung der Steinböcke.
Das fertige Plakat: Eine handgemachte Erinnerung an die schöne Zeit in Pontresina, die Gäste mit nach Hause nehmen können.
Portfolio - Touristenplakat PontresinaErste Runde: Motivsuche
An einen solchen Auftrag tastet man sich Schritt für Schritt heran – wie bei einer Expedition.
Mein Werkzeug der Wahl ist dabei eine ausführliche Recherche über den Ort, die mögliche Grundstimmung sowie das Gefühl, das beim Betrachter wirken soll.
Das zweite Werkzeug für diese Expedition ist die Bleistiftskizze.
Warum Bleistiftskizzen? Schnell entworfen, schnell verworfen, schnell angepasst. Für Komposition und Ideenfindung sind sie nach wie vor unschlagbar.
Ich erarbeitete drei Ideen, die den Steinbock aus verschiedenen Perspektiven in der Umgebung von Pontresina zeigen:

Der Piz Bernina mit dem legendären Bianco Grat – im Vordergrund zieht eine Steinbockgruppe durch die Berglandschaft.

Siesta mit Aussicht: Entspannte Steinböcke blicken ins Val Roseg hinunter.

Gäste geniessen den gerahmten Blick auf den Piz Palü durch das Restaurantfenster, während ein Steinbock gemütlich vorbeizieht.
Entscheid Motivsuche
Der Kunde informierte mich, dass es auf der Diavolezza keine Steinböcke gibt – diese Idee fiel damit von Anfang an weg. Der Piz Palü als Hintergrundmotiv hatte es den Verantwortlichen jedoch trotzdem am meisten angetan.
Sie empfahlen mir zwei Orte, von denen aus man den Piz Palü besonders spektakulär sieht und an denen Steinböcke heimisch sind.
Runde zwei: Motiv-Eingrenzung
Da der Entscheid für den Piz Palü von der Alp Languard aus gefallen ist, stand mir nun konkretes Material zur Verfügung, mit dem ich arbeiten konnte. Da die Zeit jedoch nicht unbegrenzt war, war es leider nicht möglich, eine echte Begehung vor Ort durchzuführen.
Als Bildredakteur bin ich jedoch mit Bildarchivrecherchen vertraut. So fand ich ausreichend Material, das es mir trotz der Distanz ermöglichte, ein Motiv zu erarbeiten.

So sieht Zusammenarbeit aus: Die letzte Skizze mit handschriftlichen Notizen aus dem Dialog mit dem Kunden.
Der Kunde äusserte auch den Wunsch, den Steinbock aufrecht und stolz zu zeigen, nicht liegend, schlafend oder wandernd.
Die finale Skizze wird vom Kunden abgesegnet und dient als relativ genaue Basis für die Reinzeichnung. Damit ist sichergestellt, dass wir beide dieselben Erwartungen haben und an einem Strang ziehen, sodass es nicht plötzlich Überraschungen gibt.
Runde drei: Die Reinzeichnung
Nun da die Bleistiftskizze vom Kunden abgesegnet ist, komme ich mit dem Bleistift nicht mehr weiter. Deshalb wechsle ich aufs Zeichentablet und fahre in den Adobe-Programmen weiter.
Mein Arbeitsplatz: Leuchtpult, Zeichentablett – und ein Rettungsring. Sicher ist sicher.
Leider hat das Leuchtpult keinen Solarium Effekt.
So sieht das dann aus.
Runde vier: Die Farbvarianten
Ein gutes Plakat steht und fällt natürlich auch mit der Farbe und Typografie. Da verbringe ich unchristlich lange Zeit mit der Suche nach der richtigen Farbe, denn bei meiner Art der Illustration ist die Farbigkeit zentral.

Farbvariante A: Das Gestein kippt hier bewusst ins Rötliche.

Variante C: Jenseits der Realfarben – eine reine Gefühlswelt. Die Sonne streift die Gipfel, während das Tal noch in der Kälte ruht. Aber nicht mehr lange.

Variante B: Volle Power. Die Rottöne drehen auf – gemacht für maximalen Punch.
Gleichzeitig mit den Farben habe ich einige typografische Varianten mit dem Claim des Kunden ausprobiert: «Steinbock–Paradies Pontresina».
Fertig
Der Kunde hat sich für Variante A entschieden. So ging das Plakat in den Druck. Hier sieht man das Plakat in meinem Portfolio.
Erhältlich ist das Plakat auch online via Transhelvetica.
Das fertige Plakat
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